Nicht jeder Hund braucht bei Regen einen Mantel. Bei nassem, kühlem und windigem Wetter kann ein gut sitzender Regenmantel jedoch verhindern, dass das Fell vollständig durchnässt, und dazu beitragen, dass der Hund weniger schnell auskühlt. Besonders bei längeren Spaziergängen schützt er zudem vor Wind, Spritzwasser und Schmutz und kann so für mehr Komfort sorgen.
Manche Hunde laufen selbst bei starkem Regen unbeeindruckt weiter, während andere bereits beim ersten Tropfen Schutz suchen. Ob ein Regenmantel sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: von der Grösse und dem Körperbau, der Beschaffenheit des Fells, dem Alter, dem Gesundheitszustand, dem Aktivitätsniveau sowie von Dauer und Intensität des Regens.
Ein Regenmantel sollte deshalb weder grundsätzlich als unnötig noch als unverzichtbare Standardausrüstung betrachtet werden. Er ist dann sinnvoll, wenn er dem Hund bei nassem Wetter mehr Komfort bietet, ohne ihn in seiner Bewegung oder in seinem natürlichen Verhalten einzuschränken.
Ein Regenmantel bildet eine schützende Schicht zwischen dem Fell und der Witterung. Er kann einen grossen Teil des Regens abhalten und – je nach Ausführung – zusätzlich vor Wind, Matsch und Spritzwasser schützen. Besonders auf längeren Spaziergängen kann dies verhindern, dass sich das Fell stark mit Wasser vollsaugt.
Nasses Fell wird schwerer, liegt dichter am Körper an und kann für den Hund unangenehm werden. Kommen niedrige Temperaturen oder Wind hinzu, kann der Körper zudem schneller Wärme verlieren. Ein Regenmantel ersetzt zwar keinen angemessenen Umgang mit nasskaltem Wetter, er kann aber dazu beitragen, dass der Hund länger trocken bleibt und weniger schnell auskühlt.
Ein weiterer praktischer Vorteil: Bauch, Brust und Rücken bleiben je nach Schnitt besser vor Schlamm und Spritzwasser geschützt. Das kann insbesondere bei kleinen und kurzbeinigen Hunden sowie bei Hunden mit langem oder dichtem Fell die Reinigung nach dem Spaziergang erleichtern. Reflektierende Elemente tragen dazu bei, dass der Hund bei Regen, Nebel oder Dunkelheit besser gesehen wird.
Ob ein Hund Schutz vor Regen benötigt, lässt sich nicht allein anhand seiner Rasse beurteilen. Auch Hunde derselben Rasse können sich hinsichtlich Körperbau, Fellmenge, Unterwolle, Alter und Kälteempfindlichkeit deutlich unterscheiden.
Kleine Hunde verlieren im Verhältnis zu ihrer Körpermasse vergleichsweise schnell Wärme. Bei kurzbeinigen Hunden kommt hinzu, dass Bauch und Brust sehr nah am nassen Boden liegen. Sie werden deshalb nicht nur durch den Regen von oben, sondern auch durch Spritzwasser, nasses Gras und Matsch stark durchnässt.
Ein Mantel mit ausreichendem Brust- und Bauchschutz kann für diese Hunde besonders angenehm sein. Er darf das normale Versäubern jedoch nicht behindern.
Kurzes Fell bietet bei Regen und Wind häufig weniger Schutz als dichtes Fell mit ausgeprägter Unterwolle. Hunde mit sehr feinem Fell, wenig Unterwolle oder nur spärlicher Behaarung können deshalb schneller frieren.
Ob ein Mantel benötigt wird, hängt dennoch vom einzelnen Hund ab. Ein aktiver, gesunder Hund, der sich viel bewegt, kann nasskaltes Wetter anders vertragen als ein weniger aktiver Hund mit vergleichbarer Fellstruktur.
Welpen befinden sich noch in der körperlichen Entwicklung und können empfindlicher auf Nässe, Wind und Kälte reagieren als ausgewachsene Hunde.
Ältere Hunde können ihre Körpertemperatur teilweise weniger gut aufrechterhalten und bewegen sich auf Spaziergängen häufig langsamer. Dadurch erzeugen sie weniger Wärme durch Bewegung. Ein leichter Regenmantel kann ihnen bei nassem und windigem Wetter zusätzlichen Komfort bieten.
Auch Hunde, die krank sind, sich von einer Operation oder Verletzung erholen oder aufgrund körperlicher Beschwerden weniger aktiv sind, können empfindlicher auf nasskaltes Wetter reagieren. Ob ein Regen- oder Wärmemantel geeignet ist, sollte bei bestehenden Erkrankungen im Zweifelsfall mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt besprochen werden.
Langes oder dichtes Fell kann sich bei Regen stark mit Wasser vollsaugen. Der Hund friert dadurch nicht automatisch, das nasse und schwere Fell kann jedoch unangenehm sein und trocknet je nach Fellbeschaffenheit nur langsam.
Ein ungefütterter Regenmantel kann helfen, einen grossen Teil des Fells trocken und sauber zu halten, ohne den Hund zusätzlich stark zu wärmen. Für sehr langhaarige Hunde kann je nach Situation auch ein gut sitzender Regenoverall sinnvoll sein.
Nicht jeder kleine oder kurzhaarige Hund benötigt automatisch einen Mantel. Umgekehrt kann auch ein grösserer oder langhaariger Hund von einem Regenschutz profitieren. Beobachten Sie deshalb, wie Ihr Hund auf Regen, Wind und sinkende Temperaturen reagiert.
Anzeichen dafür, dass einem Hund kalt sein könnte, sind beispielsweise:
Zeigt Ihr Hund solche Anzeichen, sollten Sie den Spaziergang verkürzen und ihn ins Warme bringen. Bei anhaltendem Zittern, Schwäche oder weiteren auffälligen Symptomen ist tierärztlicher Rat angezeigt.
Auch das Gegenteil ist möglich: Wird einem Hund unter dem Mantel zu warm, kann er stärker hecheln, unruhig werden oder langsamer laufen. Kontrollieren Sie deshalb insbesondere bei milden Temperaturen regelmässig, ob sich Ihr Hund wohlfühlt.
Ein Hundemantel kann seine Funktion nur erfüllen, wenn Material, Schnitt und Passform zum Hund und zum vorgesehenen Einsatz passen.
Ein Regenmantel sollte Nässe zuverlässig abhalten. Achten Sie bei den Produktinformationen darauf, ob das Material lediglich wasserabweisend oder tatsächlich wasserdicht ist. Bei längeren Aufenthalten im Regen sind auch die Verarbeitung der Nähte und die Abdeckung empfindlicher Körperbereiche relevant.
Ein atmungsaktives Material hilft dabei, Wärme und Feuchtigkeit unter dem Mantel entweichen zu lassen. Dennoch sollte der Hund insbesondere bei mildem Wetter und intensiver Bewegung beobachtet werden.
Ein geeigneter Regenmantel sollte den Rücken möglichst bis zum Rutenansatz abdecken. Je nach Körperbau und Verwendungszweck sind auch ein gut geschützter Hals-, Brust- und Bauchbereich sinnvoll.
Eine möglichst grosse Abdeckung ist jedoch nicht automatisch besser: Der Mantel darf weder die Rute noch die Hinterbeine behindern und muss so geschnitten sein, dass sich der Hund problemlos versäubern kann.
Der Mantel sollte körpernah anliegen, aber nicht einengen. Besonders an Hals, Schultern, Brust und Vorderbeinen darf kein störender Druck entstehen. Der Hund muss seine Beine frei nach vorne und hinten bewegen, sich hinsetzen, hinlegen, laufen und spielen können.
Zu grosse Mäntel können verrutschen, sich verdrehen oder an den Beinen scheuern. Zu kleine Modelle schränken die Bewegung ein und können Druckstellen verursachen.
Je nach Alltag können weitere Eigenschaften hilfreich sein:
Beinschlaufen und Gurte dürfen weder einschneiden noch an empfindlichen Stellen reiben.
Da Grösse, Schnitt und Passform je nach Hersteller und Modell variieren und auch Hunde derselben Rasse unterschiedliche Körperformen und Masse haben können, sollten Sie Ihren Hund vor dem Kauf sorgfältig ausmessen und die Werte mit der Grössentabelle vergleichen.
Der Hund sollte beim Messen aufrecht und möglichst gerade stehen. Legen Sie das Massband körpernah an, ohne es festzuziehen. Bei dichtem oder langem Fell sollte möglichst nah am Körper gemessen werden. Etwa ein Fingerbreit Spielraum verhindert, dass das Massband zu eng anliegt.
Messen Sie vom Halsansatz bis zum Rutenansatz. Der Halsansatz befindet sich dort, wo der Hals in den Schulter- beziehungsweise Rückenbereich übergeht.
Die Rückenlänge ist bei vielen Hundemänteln das wichtigste Mass. Ein zu kurzer Mantel lässt einen grossen Teil des Rückens ungeschützt, während ein zu langer Mantel die Rute und die Hinterhand behindern kann.
Messen Sie rund um den unteren Halsansatz, ungefähr dort, wo ein locker sitzendes Halsband liegt. Je nach Schnitt des Mantels kann zusätzlich ein oberes Halsmass erforderlich sein.
Messen Sie an der breitesten Stelle des Brustkorbs, in der Regel direkt hinter den Vorderbeinen. Das Massband sollte gerade um den Körper verlaufen und nicht in das Fell oder die Haut einschneiden.
Lassen Sie Ihren Hund den Mantel zunächst einige Minuten in ruhiger Umgebung tragen. Beobachten Sie ihn anschliessend beim Gehen, Drehen, Sitzen und Hinlegen.
Ein gut sitzender Mantel:
Rutscht der Mantel nach vorne, dreht er sich seitlich oder liegt über der Rute, ist er möglicherweise zu gross oder nicht richtig eingestellt. Falten im Schulterbereich oder ein verkürzter, steifer Gang können dagegen auf einen zu engen Sitz hinweisen. Ihr Hund sollte sich mit Mantel ebenso frei bewegen können wie ohne. Kratzt oder beisst er wiederholt daran, reibt sich an Gegenständen oder verweigert die Bewegung, überprüfen Sie die Passform.
Nicht jeder Hund akzeptiert einen Mantel sofort. Ungewohnte Geräusche, Verschlüsse oder Stoffbewegungen können zunächst verunsichern. Gewöhnen Sie Ihren Hund deshalb schrittweise und positiv an die neue Ausrüstung.
Lassen Sie ihn den Mantel zuerst in Ruhe betrachten und beschnuppern. Belohnen Sie freiwillige Annäherung. Legen Sie den Mantel anschliessend kurz auf den Rücken, ohne ihn sofort zu schliessen. Erst wenn der Hund entspannt bleibt, werden Verschlüsse geschlossen und die Tragezeiten langsam verlängert.
Die ersten Wege mit Mantel sollten kurz sein und in einer vertrauten Umgebung stattfinden. Vermeiden Sie es, den Hund festzuhalten oder gegen seinen Widerstand anzuziehen. Ziel ist, dass er den Mantel mit etwas Angenehmem verbindet und sich darin selbstverständlich bewegen kann.
Nehmen Sie den nassen Mantel nach dem Spaziergang ab und lassen Sie ihn vollständig trocknen. Kontrollieren Sie insbesondere bei neuen Modellen, ob das Fell unter den Verschlüssen verfilzt ist oder ob Hautrötungen und Scheuerstellen erkennbar sind.
Auch mit Regenmantel können Pfoten, Beine, Kopf und Teile des Bauches nass werden. Trocknen Sie Ihren Hund deshalb bei Bedarf mit einem Handtuch ab und entfernen Sie Schmutz oder allfällige Streusalzrückstände.