Leptospirose beim Hund

Bakterien in verunreinigtem Wasser und Boden

Leptospirose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die Hunde schwer krank machen und auch auf Menschen übertragen werden kann. Die Erreger, sogenannte Leptospiren, gelangen vor allem über den Urin infizierter Tiere in Wasser, Schlamm und feuchten Boden. Da die ersten Anzeichen oft wenig eindeutig sind, ist bei einem Verdacht schnelles tierärztliches Handeln wichtig.

Infizierte Tiere scheiden Leptospiren mit dem Urin aus. Besonders häufig sind Nagetiere Träger, grundsätzlich kommen aber auch andere Wild-, Nutz- und Haustiere infrage. In feuchter Erde, Schlamm und Wasser können die Bakterien längere Zeit überleben.

Hunde können sich anstecken, wenn sie verunreinigtes Wasser trinken, darin schwimmen oder durch feuchte Bereiche laufen. Die Erreger dringen über Schleimhäute, kleine Hautverletzungen oder aufgeweichte Haut in den Körper ein. Ein Risiko besteht besonders an Pfützen, schlammigen Flächen sowie stehenden oder langsam fliessenden Gewässern, aber auch beim direkten Kontakt mit infiziertem Urin oder verunreinigtem Boden.

Leptospirose kann jeden Hund betreffen – unabhängig von Wohnort und Jahreszeit. Erwähnen Sie bei einem Verdacht in der Tierarztpraxis mögliche Kontakte mit Pfützen, Gewässern, Schlamm oder Nagetieren. Das kann die Diagnose erleichtern und wertvolle Zeit sparen.

Welche Symptome können auftreten?

Leptospirose zeigt sich nicht bei jedem Hund gleich. Manche Hunde haben zunächst nur allgemeine Beschwerden, andere erkranken innerhalb kurzer Zeit schwer. Erste Anzeichen treten häufig erst einige Tage nach der Ansteckung auf.

Mögliche Symptome sind Fieber, ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche, Appetitlosigkeit sowie Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen. Auch Muskel- und Gelenkschmerzen, auffällig starker Durst oder Austrocknung können auftreten. Veränderungen beim Harnabsatz sind besonders ernst zu nehmen: Betroffene Hunde setzen möglicherweise mehr, weniger oder gar keinen Urin mehr ab. Gelblich verfärbte Schleimhäute, dunkler Urin, Blutungen, Husten oder Atemprobleme können auf einen schweren Verlauf hinweisen.

Besonders häufig werden die Nieren geschädigt, doch auch Leber und Lunge können betroffen sein. In schweren Fällen drohen akutes Organversagen und der Tod. Zeigt Ihr Hund nach einem möglichen Risikokontakt Fieber, Erbrechen, starke Schwäche oder Veränderungen beim Trinken und Harnabsatz, wenden Sie sich umgehend an eine Tierarztpraxis oder Tierklinik.

Diagnose und Behandlung

Viele dieser Beschwerden kommen auch bei anderen Erkrankungen vor. Leptospirose lässt sich deshalb nicht allein anhand der Symptome feststellen. Für die Diagnose werden Blut und Urin untersucht. Je nach Krankheitsphase können zusätzlich ein direkter Erregernachweis mittels PCR und Antikörpertests nötig sein.

Behandelt wird Leptospirose in der Regel mit Antibiotika. Weitere Massnahmen richten sich danach, welche Organe betroffen sind. Schwer erkrankte Hunde müssen häufig stationär aufgenommen und mit Infusionen oder intensivmedizinisch betreut werden. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Aussichten. Bereits entstandene Schäden an Nieren, Leber oder Lunge können jedoch zurückbleiben.

Leptospirose ist eine Zoonose

Leptospirose kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Das grösste Risiko besteht beim direkten Kontakt mit dem Urin eines infizierten Hundes sowie mit verunreinigten Gegenständen oder Flächen.

Besteht ein Verdacht oder wurde die Erkrankung bestätigt, vermeiden Sie den Kontakt mit Urin. Tragen Sie bei Reinigungsarbeiten Einweghandschuhe und waschen Sie anschliessend gründlich die Hände. Verunreinigte Flächen sollten nach tierärztlicher Anweisung gereinigt und desinfiziert werden. Treten nach einem möglichen Kontakt Beschwerden bei Menschen auf, lassen Sie diese ärztlich abklären und erwähnen Sie die mögliche Leptospirenexposition.

Schutz durch Impfung

Impfstoffe stehen gegen mehrere für Hunde relevante Leptospirenvarianten zur Verfügung. Die Impfung wird üblicherweise im Rahmen der Grundimmunisierung zusammen mit anderen Impfstoffen verabreicht. Sie senkt das Risiko einer Erkrankung, schützt jedoch nicht vor allen vorkommenden Varianten. Vorsicht an möglicherweise verunreinigten Wasserstellen bleibt deshalb wichtig.

Lassen Sie den Impfstatus Ihres Hundes regelmässig in der Tierarztpraxis überprüfen. Welches Impfschema für Ihren Hund geeignet ist, hängt unter anderem vom verwendeten Impfstoff, seinem Alter und dem bisherigen Impfstatus ab.

So reduzieren Sie das Risiko

Lassen Sie Ihren Hund möglichst nicht aus Pfützen, Tümpeln oder unbekannten Wasserstellen trinken und meiden Sie stark verschlammte oder sichtbar verunreinigte Bereiche. Nehmen Sie auf Spaziergänge stets frisches Trinkwasser mit und bieten Sie es Ihrem Hund regelmässig an, damit er gar nicht erst auf potenziell belastete Wasserquellen ausweichen muss. Da Nagetiere Leptospiren über ihren Urin verbreiten können, sollten Futter und Abfälle so aufbewahrt werden, dass sie keine Ratten oder Mäuse anziehen.

Ein vollständiger Schutz lässt sich leider nicht erreichen. Mit einer aktuellen Impfung gegen Leptospiren, frischem Trinkwasser für unterwegs und etwas Vorsicht an unbekannten Wasserstellen können Sie das Risiko jedoch deutlich senken. Treten nach einem möglichen Kontakt Beschwerden auf, holen Sie lieber frühzeitig tierärztlichen Rat ein.